[SOUL TALK] Die Perfektionismus-Falle: Warum immer noch was fehlt | mit Steffen Kirchner

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Transkript anzeigen

00:00:01: Die Leute denken ja, die Zeit vergeht.

00:00:03: Aber es vergeht nicht die Zeit!

00:00:04: Es vergeht dein Leben.

00:00:06: Es war auf jeden Fall ein Musikkollege vor dem ich immer den größten Respekt hatte.

00:00:10: Der war schuld wenn ich Sachen nicht rausgebracht habe jetzt natürlich in Anführungszeichen weil ich immer ihn im meinem Kopf hatte.

00:00:18: was sagt der?

00:00:18: Wenn er das jetzt hören würde?

00:00:20: ah nee dass ist bestimmt noch nicht gut genug.

00:00:22: Perfektionismus ist einer der effektivsten Wege um die eigene Lebenszeit, wenn man so will das eigene Leben vergänglich zu machen.

00:00:29: und dann schaut man irgendwann zurück und sagt ja stimmt es wollte ich eigentlich auch mal machen aber leider habe ich ja noch nicht.

00:00:34: alles kann ich noch nicht alle weiß ich noch nichts geht noch nicht Alles ist noch nicht der richtige Zeitpunkt.

00:00:39: Von Herzen willkommen zu einem neuen Soul Talk heute.

00:00:43: wie du den Ausschnitten schon entnehmen kannst geht es um das Thema Perfektionismus Um die Sorte die sich als eine Art Qualitätsanspruch verkleidet und uns in Wahrheit eigentlich nicht erst losfahren lässt.

00:00:58: Ich kenne das wirklich, wie du auch schon gehört hast aus meinem Leben wirklich zu gut.

00:01:02: jahrelang saß in meinem Kopf ein Musikkollege und hat über jeden meiner Songs entschieden und er wusste gar nicht davon.

00:01:10: Steffen erzählt wir als Kind den perfekten Lernplatz gebaut hat und dabei nie gelernt hat und wir sprechen darüber warum ein weißes Blatt schwarze Farbe und zehn Sekunden mehr verändern können.

00:01:26: Vielleicht merkst du beim Zuhören, wo du gerade falsch statt einfach nur anzufangen.

00:01:32: In diesem Sinne let's go intro.

00:01:48: So mein lieber Freund.

00:01:50: Gestern Nacht hat mich eine Idee gepackt die ich dir dann gleich noch mitgeteilt habe und du natürlich wieder Obligatorisch gleich geantwortet hast.

00:02:02: um tausend Uhr.

00:02:04: Sehr gut, das heißt haben sich die beiden Eulen wieder getroffen in der Nacht.

00:02:10: Wir folgen einfach an Zombieorhythmus und wir sind einfach chronobiologisch auf Zack!

00:02:18: Genau, der klassische Five AM Club.

00:02:22: Um fünf Uhr aufstehen erstmal vier Stunden Yoga und zwei Stunden Meditieren usw.

00:02:30: So machen das doch die erfolgreich.

00:02:31: Ja

00:02:32: absolut, genau alle die man kennt stehen um fünf Uhr auf und das ist das Allerwichtigste dass man gleich um fünf vor auf steht und alles am besten auch in den Morgen reinpackt damit es der perfekte morgen wird.

00:02:43: Um acht muss man mit allem fertig sein ansonsten wird's kein geiler Tag.

00:02:46: Absolut,

00:02:47: absolut.

00:02:47: Es ist irre.

00:02:50: na klar also es ist sogar beim Thema Spiritualität Alles was du mit dem eigenen Wohlbefinden zu tun hat, sind die Leute in so einem Perfektions- und Leistungsmodus irgendwie auch drin.

00:03:04: Also sogar da versuchen wir es richtig zu machen!

00:03:09: Also ich kenne schon wirklich Leute, die einfach von Haus aus den Biorhythmus haben dass sie um neun Todmüde ins Bett fallen.

00:03:19: Die können machen was sie wollen.

00:03:21: Zwischen neun und zehn sind die so kao und sag ja ich muss einfach schlafen im Eimer.

00:03:27: Und dann gehen halt die Euglern wirklich einfach um fünf oder sechs auf, also da können sie auch nichts dagegen machen sozusagen.

00:03:34: und dann sind die wach wenn die für klein zwitschern.

00:03:37: manchmal spür ich so eine art von bewunderung oder vielleicht manchmal ein bisschen so neid.

00:03:44: so geil hätte ich ja auch gerne kann ich aber einfach nicht.

00:03:47: weil bei mir kann es sein dass um ein Uhr immer noch die euglernen aufsehen und ich mir denke Ja, können wir schon noch ein paar Dinge machen.

00:03:56: Warum auch immer das so ist?

00:03:59: Das wäre auch mal eine spannende Folge.

00:04:01: Kann man das umtrainieren?

00:04:03: falls ja sollte man das untrainieren?

00:04:05: also weil es macht ja schon auch Sinn wenn's dunkel wird schläft man und hell wird macht man auf.

00:04:12: Ich bin gerade selber quasi mitten in diesem Prozess wieder mal, weil ich mache mit meiner Mentoring-Gruppe ja zweimal im Jahr immer eine Meditationschallenge in Anführungszeichen.

00:04:22: Die Meditation und Challenge passt nicht zusammen, aber die Challenge ist auch nicht die Meditation sondern das wird es eben halt morgens machen sehr frühmorgens um sechs Uhr oder um sechsund dreißig.

00:04:35: damit halt die Leute, die arbeiten auch dann noch in die Arbeit kommen können.

00:04:40: Weil einige müssen ja doch länger fahren und deswegen ist das so der Kompromiss, dass eben zu so einer Zeit zu machen.

00:04:46: Das ist wie bei dir auch gar nicht meine Zeit.

00:04:49: Und trotzdem ziehe ich das zweimal im Jahr dann eben auch durch.

00:04:52: Dann eben um fünf Uhr dreißig oder fünf vierzig aufzustehen, um dann morgens mit meiner Gruppe zu meditieren und wieder zu führen.

00:05:00: Und die Woche ist immer wieder spannend, weil da stellt sich ja genau die Frage.

00:05:04: Was passiert so nach ein paar Tagen dann mit einem?

00:05:07: verändert sich der Biorhythmus und so weiter?

00:05:10: Ich muss sagen er verändert sich überhaupt gar nicht!

00:05:13: Aber man gewöhnt sich trotzdem an bestimmte Dinge.

00:05:16: also der Rhythmus, der Tagesrhythmus verändert sich aber auch der Biodhythmus verändert sich nicht wirklich Weil der läuft ja auf anderen Ebenen ab, sag ich jetzt mal.

00:05:24: Und was schon auch so ist in der Woche klar durch die Früh aufstehen, man gewinnt Zeit und dieser Morgen den wir so mitzuerleben... ...und das was so einen Morgen dann auch draußen sage ich mal was da an Frische, an Luft, an Licht, an Energie auch da ist Das ist schon etwas Besonderes und ich finde es gut immer wieder mal Phasen zu haben wo man das auch mitnimmt Aber trotzdem ist es nicht so dass ich jetzt den Impuls habe, dass es gut wäre für mich mein Leben lang irgendwie FIVE und auch nicht in den Six AM Club einzusteigen.

00:05:55: Das ist einfach eine Geschäftsidee gewesen von einem Typen, der gute Bücher schreibt.

00:06:03: Also das ist nicht für jeden Menschen optimal, das würde ich jetzt mal so sagen.

00:06:08: Aber es holt was?

00:06:09: Es holt die ab!

00:06:10: Das ist ja eigentlich ein bisschen auch unser Thema heute, die so eine Art Perfektionsanspruch im Sinne von der Selbstoptimierung auch ein Stück weit haben oder der Optimierung von allen.

00:06:19: Und da kann man es natürlich super verkaufen weil je kürzer du schläftest, desto mehr kannst du machen.

00:06:24: Zlieb Faster hat mal der gute Arnold Richter gesagt.

00:06:27: Ja

00:06:27: genau, das ist immer ein Arnold Schwarzenegger, ne?

00:06:29: Eigentlich eine Legende und auch Riesenrespekt vor dem.

00:06:32: aber das ist einer der dümmsten Sätze, die aus diesem steirischen Mund rausgekommen sind.

00:06:40: Ja, voll.

00:06:41: Was ich noch ganz kurz sagen wollte... Ich war mal längere Zeit in Australien und ich habe da gemerkt dass sich da bei mir alles umstellt weil es super früh dunkel wird.

00:06:53: Also ist teilweise schon um sechs oder sieben ist das echt dunkel Und dann ist eine lange Zeit dunkel.

00:07:01: dann sozusagen Irgendwann fällt einem nichts weißes ein als wirklich ins Bett zu gehen.

00:07:05: Na und dann ist man auch schon um neun oder zehn ins Bett gegangen Und da habe ich gemerkt, das ist jetzt nicht ein Trend sondern es ist bei denen Kultur.

00:07:18: Aber das habe ich wirklich dann so knallhart gemerkt dass es mir dann auch mega gut getan hat auch plötzlich um sechs Uhr wach zu sein und weiß was da das Kasse ist?

00:07:30: Um sechs Uhr morgens ist wie bei uns um zwölf Uhr mittags Cafés voll Leute auf der Straße, alle hey alles klar.

00:07:40: wie geht's?

00:07:41: Ich denke nur so ja spinn ich denn jetzt wir haben doch sechs Uhr morgens.

00:07:45: Da dachte ich mir so was ich schländer so gemütlich als einziger durch die Gassen und so Alles bumsvoll.

00:07:51: Alle hier kaffee schön Und das geile war die waren dann alle schon schwimmen eine halbe stunde.

00:07:57: okay Das ist bei denen auch ganz normal.

00:08:00: Die haben dann teilweise.

00:08:01: es ist auch normal dass die pools Standardmäßig immer in jedem Haus haben, weil es dort eben so warm ist.

00:08:08: Und da schwimmen die dann immer.

00:08:09: Um halb sechs ganz normal am Morgen siehst du dann um die Leute her grüßen dich und so nach vom Pool aus wie sie gerade schwimmen und um sechs Uhr wird sich zusammengesessen.

00:08:20: Das fand ich auch eine nice Kultur muss ich sagen.

00:08:23: warum?

00:08:23: Weil's natürlich so früh dunkel wird dass Sie sagen Sie möchten die Sonnenstunden einfach wirklich ausnutzen, wo einfach der Tag am Start ist, weil das relativ Früher auch wieder zu Ende ist.

00:08:33: Und da hab ich gemerkt, das sind geiler Groove!

00:08:35: Also es hat mir schon Spaß gemacht aber als ich wieder in Deutschland angekommen bin... ...wieder irgendwie völlig anderes Surround.

00:08:43: Das ist echt krass.

00:08:44: Hat vielleicht ein bisschen mit der Energie zu tun wo man gerade so ist und wie die Kultur dort so ist?

00:08:48: Ja ja absolut.

00:08:49: Ja und die Natur auch noch.

00:08:51: Die Zyklen einfach.

00:08:53: Voll voll.

00:08:55: Dann lass uns mal drüber sprechen über Perfektionismus und vielleicht auch den Naja, dem Wolf im Schafspelz.

00:09:05: Weil Perfektionismus verkleidet sich ja ganz oft auch, wie ich finde... Es gibt zwei unterschiedliche Arten von Perfektsynismus.

00:09:13: Einmal der Perfeksynismus, der uns wirklich auch besser macht.

00:09:19: Da hat er uns irgendwie so ein... Das hast du glaube ich auch mal gesagt zu Exzellenz treibt in etwas?

00:09:25: Dass du sagst Boah!

00:09:27: Ich merke, da ist noch mehr drin.

00:09:28: Da habe ich Bock drauf daran zu arbeiten und mich in etwas zu verbessern.

00:09:32: Okay cool!

00:09:34: Ist auf jeden Fall eine gesunde Art von Perfektionismus.

00:09:37: Und dann gibt es eben auch die Art und Weise des Perfekcionismuses der uns davon abhält wirklich was zu Ende zu machen oder in die Handlung zu kommen weil wir glauben ja das Zertifikat habe ich nicht.

00:09:51: Das ist noch nicht gut genug.

00:09:52: Da kann ich noch was optimieren.

00:09:56: Bei uns in der Ausbildung, in der Musikproduktionsausbildung merken wir dass das der Grund Nummer eins ist warum die meisten mit ihren Dingen nicht weiterkommen oder eben zum Beispiel Musik nicht veröffentlichen.

00:10:12: Ja nee da muss ich das noch machen und dann verschwindet so ein Song plötzlich mal zwei Jahre lang irgendwo im Machenprozess.

00:10:20: Und ich habe letztens auch wieder ein geiles Buch gelesen von Rick Rubin Der sagt, es gibt eigentlich generell im Leben.

00:10:28: Gibt das eine Phase des völligen Loslastens und ausprobierend?

00:10:36: Und dann gibts aber auch ne Aufbauffase.

00:10:39: Das heißt dass du auf Ideen zum Beispiel wenn du jetzt sagst du schreibst ein neues Buch.

00:10:44: Dann gibt es auch so ne Brainstormingphase wo man auch ganz oftmals den Fehler macht zu eng sofort zu korrigieren.

00:10:54: Ah, nee, das ist nicht gut.

00:10:56: Das müssen wir so machen.

00:10:57: Ah, ne, das kürze ich auch nicht gut an und das müssen wir also machen ohne es ausprobiert zu haben, ohne es mal gesehen oder ein Gefühl zu haben.

00:11:04: Und wenn diese Phase vorbei ist dann gibt's die Aufbauphase auf der man dann aufbaut und ins Handeln kommt.

00:11:12: Die meisten verweilen ganz lange in dieser Kreativitätsphase und kommen dort auch nicht raus Und das finde ich mal spannend darüber zu sprechen, was denn Perfektionismus alles sein kann und wie man den vor allem bei sich auch erkennt.

00:11:32: Ich habe nämlich auch einen geilen Podcast gehört mit Aaron Jorenka.

00:11:36: der ist soweit ich weiß auch Ost-Hubert Physiotherapeut irgendwie so aus in der Art und kann sehr gut über die somatische Ebene sprechen und er hat gemerkt dass Menschen sehr viele Eigenschaften haben, wie zum Beispiel Knirschen in der Nacht und so weiter mit den Zähnenknirschen oder auch Wadenkrämpfe und solche Sachen.

00:11:57: Wenn man die mal hatte ja auch ein Magnesiummangel heißt es ganz oft Ja, ganz kurz Moment kann eben diese ständige Angespantheit sein.

00:12:05: Es ist noch nicht gut genug Und dieses dieser Leistungsgedanke von isst noch nicht perfekt.

00:12:12: Wie siehst du das ganze so?

00:12:16: Also im Satz würde ich sagen Weil du hast es ja schon so ein bisschen gerade gedroppt.

00:12:22: Also Perfektionismus ist natürlich eine der größten Umsetzungsblockaden, also Menschen möchten gerne in die Umsetzung kommen und aufgrund ihres Perfektsunismus streben, wo auch immer das herkommt, kommen sie dann nicht in diese nächste Phase des Umsetzens.

00:12:39: Ich würde aber sagen da gibt's noch ne zweite Ebene.

00:12:42: Es ist nämlich nicht nur eine Umsetzungsblockade sondern es ist auch ein Umsetzungenverhinderer der gern genommen wird.

00:12:50: Also um es in einem sozusagen Perfektionismus ist die perfekte Ausrede, um nicht ins Handeln und Umsetzen kommen zu müssen.

00:12:58: Denn viele Leute haben sehr viel Angst vor der Umsetzung.

00:13:01: Erstens vor dem Aufwand, zweitens vordem das man dann Farbe bekennen muss, dass man sich dann zeigen darf... also dass Dinge sichtbar werden und dass Dinge entstehen Und dass es somit ernst wird, das ist also nicht ein Fantasiegebilde in der Vorbereitung und in der Kreation bleibt.

00:13:16: Sondern dass es dann praktisch Butter bei die Fische sozusagen...

00:13:20: Dass da draußen auch Leute sind, die das quasi für sich beurteilen?

00:13:24: Genau!

00:13:24: Dass man bewertet wird und Lob und Anerkennung kriegt oder vielleicht ja auch eben Kritik und das muss ich vor sich selbst verantworten muss und selber Angst hat, nicht gut genug zu sein.

00:13:33: Also da kommen dann die ganzen Glaubenssätze, die dann dem Reality-Check praktisch entgegengestellt werden.

00:13:40: Und deswegen glaube ich, habe ich das zumindest auch sehr oft beobachtet.

00:13:45: Dass viele Menschen deswegen diesen Perfektionismus tatsächlich unbewusst willendlich entwickelt haben damit sie eben somit nie in diese Phase kommen müssen wo sie dann quasi vorüber bekennen und sich die Dinge zeigen.

00:13:59: Das ist glaube ich mal so.

00:14:00: der erste Aspekt der mir dazu einfällt.

00:14:03: Ich kann da ein Liedchen singen von meiner Kindheit.

00:14:08: Deswegen hat Musikrat vorhin so ein kurzes Lachen, als du es gesagt hast, weil man das da eingefallen ist.

00:14:13: Ich war ja kein besonders fleißiges Kind ganz generell aus dem Sport aber ansonsten Schule oder sonstige Dinge.

00:14:19: ich war sehr faul Und das heißt, der Steffen hat nie gelernt.

00:14:23: Er hat auch nie seine Bude aufgeräumt.

00:14:26: und soweit auch.

00:14:27: vor allem lernen war natürlich die große Sorge auch meiner Mama.

00:14:30: Wie bringt man den Jungen zum Lernen?

00:14:32: So dann hat sie mir ein tolles Buch gekauft und zwar ich glaube es war sogar von der großartigen Vera Birkenbill und dieses Buch hieß Stroh im Kopf.

00:14:41: Habe ich immer noch...

00:14:43: Ich hab' das auch!

00:14:44: Ja, kennst du's?

00:14:45: Krass!

00:14:45: Ja ja, ich habe das auch.

00:14:47: Genau

00:14:47: in diesem Buch Stroh Im Kopf dass ich tatsächlich sehr gemocht habe ging es vor allem in einem Kapitel um den richtigen Lernplatz.

00:14:56: Also nein, die Botschaft war natürlich das ist nicht nur um die Lerntechnik und so weiter geht sondern du brauchst ja auch den richten Platz zum lernen!

00:15:03: Und das hat die sehr sehr interessant beschrieben wie man sich praktisch einen guten Arbeitsplatz, einen Wohlfühlplatz quasi Büro und Lern-Oase einrichtern.

00:15:11: Das hat mich total gecatcht, das fand ich toll!

00:15:13: Und das Kapitel habe ich glaube ich vierzigmal gelesen gefühlt, den Rest nicht aber des Kapitels fand ich toll.

00:15:19: und dann hab' ich exzessiv angefangen diesen Lernplatz zu erschaffen und hab praktisch dann bis in jedes Detail also ich hab mir da so geeignet Bilder gemalt und dann aufgehängt und Bilderraum gebastelt also dass es halt schön wird und meine Mama hat dann irgendwann gemeint, ob ich jetzt zum Innenarchitekten mutiere und ob ich dann eigentlich auch neben der Erschaffung meines Lernplatzes schon mal gelernt hätte.

00:15:45: Das ist halt nicht passiert!

00:15:46: Es sind viele Tage und Wochen ins Land gegangen wo ich eben den perfekten Lern Platz erschaffen wollte aber ich habe glaube keine zwei Stunden jemals gelernt weil ich wollte ja gar nicht lernen und somit hab' ich mich aber einfach praktisch so ins Detail reingenördet wie man einen tollen Platz erschafft könnte und was da alles gehen würde nur um Jahr nicht in die nächste Phase des Lernens kommen zu müssen.

00:16:06: Und das beobachte ich echt im übertragenen Sinne.

00:16:08: bei vielen, da darf sich jeder mal fragen sage man ok ja ich habe vielleicht einen gewissen Hang zum Perfektionismus, manche mehr und manche weniger wenn ich den bei mir beobache.

00:16:19: was ist der Grund dafür?

00:16:21: Ist der Grund dazu tatsächlich dass ich mich mit anderen immer vergleiche, dass ich irgendwelchen mentalen Programme hab wo ich das Gefühl habe es ist nie gut genug Leistungsstreben bin ich so quasi ein High-Achiever.

00:16:37: Oder bin ja einfach nur ein feiger Hund, um es jetzt mal brutal zu sagen der einfach hier nicht in die Umsetzung kommen will.

00:16:47: Voll total!

00:16:50: Mir hat man einer gesagt... Ich bin mir nicht ganz sicher ob es der liebe Lars Amend war.

00:16:55: Ich glaube irgendwie aus so eine Autorenrichtung kam das glaub' ich So nach dem Motto Wegen des Perfektionismus hat der Liebe Gott Updates erfunden, um dem Ganzen entgegenzuwirken.

00:17:13: Also quasi eine humoristische Art und Weise das zu sehen weil wenn alles immer perfekt sein müsste dann würde es quasi keine einzige Software da draußen geben.

00:17:25: sozusagen Genau, dann gibt's gerne weiter Entwicklung und so ist es ja bei den großen Softwareherstellern auch.

00:17:30: Die hauen was auf dem Markt und dann gibts Updates, Updats, Up-Dates die ganze Zeit!

00:17:35: Warum?

00:17:35: Ja er weiß eben quasi noch Verbesserungsmöglichkeiten gibt Und ich habe hier... das ist total geil.

00:17:44: Jetzt kann ich es leider nicht zeigen weil die Kamera statisch ist aber ich hab hier ein Zettel hängen.

00:17:51: Das is wie ein Mann traf für mich Weil ich kenne das von mir auch.

00:17:56: Ich kenne das von mir auch, dass quasi bei Abschlussarbeiten wie auch immer sind die Fenster perfekt geputzt.

00:18:04: Es ist das Besteck sauber sortiert weil ich mich natürlich gesagt habe naja ich kann dir Arbeit ja nur schreiben wenn mein Surrounding total toll ist.

00:18:12: also hab' ich angefangen alles umzustellen und hab' hier angefangen die Fenstern zu putzen so wie du gesagt hast was dann nicht passiert Ja, dass ich angefangen habe diese Arbeit zu schreiben.

00:18:23: Aber es war alles perfekt außen rum sozusagen und Es fallen ja mehr dann tausend Dinge ein was vielleicht ah warte mal ganz kurz aber stört mich eigentlich auch rein mental Stört mich der Keller.

00:18:35: Ich muss jetzt anfangen erst einmal unten aufzuräumen bevor ich anfangen kann diese arbeit zu schreiben.

00:18:40: also man macht sich dann auch so Genau selbst lügen konstrukte warum das jetzt quasi noch nicht geht.

00:18:49: Und ich habe hier auf einem Post-It schon seit rechtlich, würde sagen mindestens.

00:18:57: Auf jeden Fall Jahre hab' ich hier einen Spruch den habe von dem lieben Tim Gellhausen.

00:19:02: der ist Copywriter und der propagiert diesen Spruch schon seitdem ich den kenne und er hat mir sehr gut gefallen weil Der sehr mit mir resoniert hat.

00:19:14: und zwar heißt der spruch dann is better than perfect.

00:19:20: Und dieser Spruch steht hier die ganze Zeit und remindet mich, hey einfach mal was gemacht zu haben, mal damit rausgegangen zu sein ist besser als perfekt in der Schublade quasi zu verschwinden.

00:19:35: um sich da auf mich jeden Tag selbst daran erinnern bade ich gerade im Perfektionismus hier da und so und am Ende der Klassiker Zehn bis zwanzig Prozent interessieren quasi keine Sau außer dich, sondern es wäre eigentlich schon längst fertig.

00:19:55: Und vielleicht kennste auch Menschen – da komme ich dann später noch mal drauf – Ich kenne hier in München so ein paar liebe Kandidaten die mir seit ungefähr anderthalb Jahren das Gleiche erzählen wo sie gerade mit ihrem Projekt stehen und mit ihrem Vorhaben stehen.

00:20:10: Vielleicht kennst du solche Leute?

00:20:12: Absolut!

00:20:13: Dann ändert sich aber immer nur so Kleinigkeiten Aber es ändert sich nicht der große erste Schritt.

00:20:18: Genau, Sie sind immer im Kreieren und im Gestalten und was sie dann mal tun werden?

00:20:24: Genau!

00:20:25: Und jetzt kommt auch etwas, was ich unbedingt teilen möchte weil ich das A, wo mir selbst kenne und B auch von Menschen mit denen ich zusammenarbeiten darf.

00:20:34: und zwar kann sich Perfektionismus auch dadurch zeigen dass man sich vom Schritt quasi über das nachdenken von Schritt zweihundertsexten dreißig, boah, wenn es dann mal so ist.

00:20:52: Dann wird's aber saukompliziert.

00:20:55: Wenn wir das wirklich durchziehen bis zu schritt zweihundsextendreißig Moment mal ganz kurz du hast den ersten noch nicht gemacht und genau darum gehts eigentlich dass wir dann quasi soweit die zukunft denken und unser vorhaben durchspielen und irgendwann kommen wir an metaphorisch Schritt zweihundertsechsunddreißig, dann ist ... boah!

00:21:14: Aber das kann ich ja gar nicht lösen.

00:21:16: Also brauche ich hier quasi gar nicht anfangen weil ich weiß spätestens an Schritt zwei hundertsechsunddreißig scheite ich dann?

00:21:22: Das geht ja gar nich und gehen da nich los.

00:21:25: ne Und dieser berühmte Schritt zwierhundertzechsund dreißig ist bei uns quasi wirklich immer so die Metapher.

00:21:32: Moment ganz kurz du bist gerade bei Zweihundert Sechsund Dreißig fang bei eins an So der Klassiker.

00:21:38: Du siehst bei irgend jemandem was mit dem ich letztens gesprochen habe, der ist Tanzchoreograph.

00:21:44: Der ist Lehrer und die sagen dann immer hey kannst du ein Backflip bla bla und so?

00:21:50: Ich möchte auch einen Backflipp lernen!

00:21:51: Dann so okay alles klar.

00:21:53: Kannst du... keine Ahnung beim Tanzen ist es dann Schritt nach links, Schritt rechts.

00:21:57: Kannste das überhaupt im Rhythmus?

00:21:59: Ah nee ok, dann brauchen wir über den Backflipt die ersten vier Jahre nicht reden nach dem Motto.

00:22:04: So ist beim Tennis auch.

00:22:05: Die Leute wollen immer Rückhand über Kopf spielen weil das der geilste Schlag ist.

00:22:09: Ja OK Prüfst du den Ball überhaupt über das Netz?

00:22:14: Ja, ja.

00:22:14: Also bringt es auf dem Punkt, dass mit Schrutzballen mit der Kette sehr gut gefällt.

00:22:21: Das ist genau der Punkt.

00:22:22: Die Leute bauen sich dann eine Kette auf und wenn es irgendwo in dieser Kette irgendwo ein Struggle, ein Problem oder eine Lücke, eine Unsicherheit, eine Unklarheit gibt, die müsste ja nicht mal da sein, sie könnte nur theoretisch entstehen.

00:22:33: Genau!

00:22:34: Eventualität.

00:22:35: Ich versuche praktische Lösungen für Probleme zu finden, die es noch gar nicht gibt.

00:22:40: Ja, das ist genau der Hauptgrund, warum viele da auch nicht in die Umsetzung kommen und es wird dann mit Perfektionismus verkleidet quasi so als Entschuldigung.

00:22:49: Und das ist ein Problem tatsächlich ein ernstes Problem aus meiner Sicht weil Perfekzionismus heutzutage praktisch zu einer... Das wird heute als Charaktereigenschaften mit einem Lächeln abgetoren.

00:22:58: dass die Leute sagen ja ich bin also ein bisschen Perfeksionistisch, ich weiß schon Aber dass die Leute damit eigentlich ihr eigenes Leben opfern, das wissen sie glaube ich nicht.

00:23:08: Weil die Leute denken ja, die Zeit vergeht aber es vergeht nicht die Zeit.

00:23:12: Es vergeht dein Leben.

00:23:15: Der Zeitvergeht nicht.

00:23:17: Dein Leben ist etwas, was vergeht.

00:23:18: Zeit ist immer da wo auch immer da.

00:23:20: Zeit existiert eigentlich nicht wirklich in dem Sinne.

00:23:22: Es gibt nur den Moment und wieder Moment, wieder Moment.

00:23:25: Es gibts nur Momente und dein Leben ist das, was vergeht und Perfektionismus einer der effektivsten Wege, um die eigene Lebenszeit wenn man so will das eigene Leben vergänglich zu machen.

00:23:37: und dann schaut man irgendwann zurück und sagt ja stimmt das wollte ich eigentlich auch mal machen aber leider habe ich ja noch nicht.

00:23:42: alles kann ich noch nicht alle weiß ich noch nichts geht noch nicht Alles ist noch nicht der richtige Zeitpunkt.

00:23:47: Und ich sage immer wenn du in München im Auto sitzt und willst nach Hamburg Wenn du dann sichergehen willst, dass alle Ampeln auf grün sind, nirgmond stau ist und du fließend durchkommst, wirst du nie aus der Garage rausfahren.

00:23:59: Und genau das ist deine Zweiundersixunddreißig-Schrittmetapher!

00:24:04: Ich

00:24:04: bin persönlich von diesem Thema zum Glück nicht zu stark betroffen gewesen.

00:24:12: Ich habe schon gesagt, in der Kindheit gab es so diese Tendenzen um eher die Ausflüchte zu nehmen.

00:24:19: Ich kenne schon die Anteile davon, aber ich kann vielleicht mal erzählen wie sich diese perfektionistischen Tendenzen bei mir waren, die sich komplett aufgelöst haben.

00:24:29: Und zwar, ich glaube manchmal geht es wirklich um Schlüsselerlebnisse wo man dann auch wirklich innerlich lernt weil meine starke Erfahrung macht dass es einfach wirklich Schwachsinn ist.

00:24:39: das ganze und zwar dabei mir tatsächlich das Jahr zwanzig der Schlüssel Corona Als Corona kam, ich hatte im Januar-Februar noch volle Auftragsbücher.

00:24:52: Ich war bei einer Veranstaltung nach der anderen.

00:24:54: Ich hatte wirklich auch das ganze Jahr aber durchgeplant und dann kam Corona, kam die Lockdowns und der Terminkalender war leer Und im Endeffekt wusste ich nicht okay wie bezahlt es jetzt eigentlich in Zukunft an den Mitarbeiter?

00:25:08: Wie geht das?

00:25:09: Das alte Geschäftsmodell hat nicht mehr funktioniert und zwar relativ schnell.

00:25:12: klar dass das wahrscheinlich jetzt nicht ein zwei Monate dauern wird und dann läuft's wieder sondern also mir war relativ lange oder schnell klar, dass das länger dauert.

00:25:21: Das heißt die Leute waren im Stress.

00:25:23: Man wusste damals ja auch noch nicht ist es jetzt ein gefährliches Virus oder nicht?

00:25:27: Was kann man tun?

00:25:28: was passiert also?

00:25:29: das heißt die leute hatten Angst.

00:25:30: Die Leute hatten Angst um ihre Gesundheit.

00:25:32: viele hatten ja auch oder einige hatten zumindest gesundheitliche Probleme oder manche haben sich vielleicht aus eingebildet oder Angst davor dass sie welche kriegen könnten.

00:25:39: Die Leute hatten finanzielle Themen alle waren zu Hause die seelische psychische Belastung damals war hoch.

00:25:45: und dann habe ich mir die frage gestellt okay was ist das Was es jetzt bräuchte, weil die Leute ... Ich kann ja für die Leute nichts tun.

00:25:52: Ich kann keine Seminare mehr machen, nix!

00:25:54: Und dann bin ich damals auf die Idee gekommen Wir müssen eine gesundheitsoffensive starten Da müssen jetzt den Leuten helfen Auf einer ganz konkreten körperlichen Auf einer mentalen Gesundheitsebene Auf einer finanziellen Gesundheitsebene Für gesunde Beziehungen da was zu machen?

00:26:12: Und dann habe ich gesagt Okay wir machen eine gesundheitsoffensive Challenge Oder im Programm.

00:26:17: Und es war dann ein twenty-tage-Programm, wo ich jeden Tag Live-Content gegeben habe.

00:26:22: Jeden Tag zwei Stunden Live-Kontent.

00:26:25: Einundzwanzig Tage, zwei Stunden live-Contents zu diesen ganzen Themen und zwar live Content den ich so größtenteilten noch nirgendwo irgendwo gegeben hab.

00:26:32: Ich habe das zum Taschengeldtarif damals gemacht.

00:26:35: Das hat irgendwie fünfzig Euro gekostet.

00:26:37: Fünfzig Euro für eine zwanzig tage jeden tag zweistunden live Weil's nicht ums Geld ging So Jetzt stehst du natürlich an dem Punkt.

00:26:46: Wir sind im Team zusammengesessen, habe ich gesagt okay wir machen so eine Gesundheitsoffensive.

00:26:50: Ja ok gut und dann kamen natürlich bei allen und auch ein bisschen bei mir die Frage ja aber wann soll das starten?

00:26:58: Ich meine es musste erstmal konzeptionieren, da musste er schreiben, musste erst mal Modell machen und und und muss ja erstmal.

00:27:05: also ist Produkt quasi muss ja fertig sein, damit wir es jetzt überhaupt erst mal auch nach außen verkaufen können.

00:27:11: Dass wir erzählen können die Leute dann das Buchen und so weiter.

00:27:14: Und dann haben wir als erste Mal was gemacht, was wir in der Firma so noch nie gemacht haben.

00:27:17: Wir haben etwas verkauft, was ich es noch nicht glaubt.

00:27:20: Wir hatten praktisch gesagt, pass auf!

00:27:21: Das gibt die Gesundheitsoffensive.

00:27:23: Die geht jetzt am Montag los... ...und das war etwas, als ich Donnerstag... ...die geht jetzt diesen Montag lossen.

00:27:28: Ihr habt jetzt vier Tage Zeit euch da einzubuchen.

00:27:30: Bis Montag bis zum ersten Termin hatte ich Zeit um diesen ersten Terminen vorzubereiten.

00:27:36: Ich habe den ersten und den zweiten Termin vorbereitet.

00:27:39: Das heißt, ich war immer einen Tag im Voraus mit meiner Entwicklung.

00:27:43: D.h.,

00:27:44: am Montag habe ich den Mittwoch vorbereitet, am Dienstag habe Ich den Donnerstag vorbereitet und genauso ist diese Challenge einundzwanzig Tage durchgelaufen.

00:27:51: Und ich sage dir es hat fantastisch funktioniert!

00:27:55: Man muss es nicht fertig machen bevor man's starten kann.

00:27:58: Das ist glaube ich jetzt zum Thema Perfektionismus wichtig.

00:28:01: Starte imperfekt ne?

00:28:04: Dann is better than perfect.

00:28:06: Genau,

00:28:06: dann ist Better Than Perfect absolut und Time to Market ist immer jetzt!

00:28:12: Das war für mich das Learning weil es gibt immer etwas was man jetzt umsetzen kann und das heißt ja nicht dass man nicht weiter auch kreativ oder kreierend sein kann.

00:28:22: Und für mich war übrigens die spannende Erfahrung dass das Produkt dadurch viel besser wurde weil live quasi während dieser Phase auch ganz viele Rückmeldungen von den Leuten kommen Und die Leute eigentlich das Programm ehrlich gesagt entwickelt haben, ohne dass sie es gemerkt haben in diesen drei Wochen.

00:28:37: Und dadurch ist viel besser geworden als das was ich mir meinem Köpfchen hätte ausdenken können.

00:28:42: Das war ein großes Learning und deshalb mich von diesem Perfektionismus... ...von dieser Tendenz, die so leicht ein bisschen gar ab an manchen Stellen, das hat mich echt komplett gehalten muss ich echt sagen.

00:28:52: Ich bin ja Gott sei Dank frei mittlerweile davon.

00:28:56: Da hast du eine ganz wichtige Komponente aus meiner Sicht jetzt schon erwähnt die ich aus meiner Erfahrung auch sagen kann, dass all die Dinge, die ich in meinem Leben umgesetzt habe und das war bisher schon einiges was da so rausgegangen ist.

00:29:14: Und zwar war es immer der Faktor Limitierung.

00:29:19: entweder zeitliche Limitieren, Ressourcen limitieren Das war für mich immer quasi die Heilung von Perfektionismus.

00:29:28: Es gibt jetzt quasi nur das und damit musst du uns dealen bis zu dem Zeitpunkt die Möglichkeit das zu machen.

00:29:36: Also musst du es bis dahin einfach jetzt mal durchziehen.

00:29:39: und das Geile ist, heutzutage geht das ja relativ leicht.

00:29:45: man kann ja ganz leicht was dropen und wenn dann mal Öffentlichkeit drauf guckt Dann überlegst du dir zweimal ob du dann sagst ernei habe ich jetzt auch nicht gemacht oder nicht geschafft und so weiter.

00:29:57: deswegen Ich fühle das so sehr So dieses rausgehen Mit etwas.

00:30:03: Und dann nachziehen, nachliefern sozusagen.

00:30:07: Deswegen wirklich Deadlines zu setzen... Ich mach das jetzt einfach mal!

00:30:13: Ich werfe den Ball einfach mal raus und dann ist es irgendwann irreversibel.

00:30:17: Dann muss ich.

00:30:18: Das hat bei mir auch immer zu den größten Erfolgen geführt.

00:30:21: Immer.

00:30:22: So nach dem Motto, ich schmeiße was in die Welt bevor mein Quatschie im Kopf Gegenargumente finden kann Weil das ist der Punkt, die meisten lassen sich auf dem Reisbrett zu lange Zeit.

00:30:36: So ne?

00:30:37: Ah jetzt hab ich mich vermahlen!

00:30:38: Jetzt muss ich's wieder zurückgehen und radieren.

00:30:40: Ah es doch nicht so geil hingegen.

00:30:43: Es gibt natürlich einen schmalen Grad zwischen mit jedem Schrott raus gehen sozusagen und die Welt zu spammen mit jeder halb garen Idee versus niemals irgendwas machen.

00:30:55: also gibt sie irgendeinen Raum dazwischen sozusagen.

00:30:58: Und das war für mich immer der Game Changer So dieses, ich mach das jetzt einfach.

00:31:04: Ich

00:31:05: werfe das da rein in die Waagschale und dann setze ich um weil dann muss ich einfach... dass sich selbst so ein bisschen auch kommenten.

00:31:12: Der Commitment ist so ganz wichtig.

00:31:14: Mit mir selbst eine Vereinbarung treffen?

00:31:16: Ich mache es jetzt einfach!

00:31:17: Ich ziehe das durch.

00:31:19: Ja genau und da eben auch vielleicht noch dazu zu nehmen so dieses Thema radikale Ehrlichkeit wieder.

00:31:27: was ist das was mich was wirklich mein Thema eigentlich gerade ist.

00:31:31: Also ich hab den Eindruck, dass Perfektionismus heute so ein bisschen wie RDS, das ist irgendwie eine Etikettierung, wie so ne Ort Krankheit.

00:31:42: natürlich ist Perfektsynismus keine Krankheit in dem Sinn aber es wird als Macke, wird das irgendwie so genommen, ah ja!

00:31:50: Ich bin halt nen Perfeksynist da geht's schon mal los, dass wir uns damit identifizieren wenn man sagt ich bin das okay?

00:31:57: oder das habe ich halt jetzt irgendwie so.

00:31:59: Und nee, darum geht es nicht!

00:32:03: Also Perfektionismus ist ein Symptom und wirklich die Frage ist glaube ich echt schon wo man mal drüber nachdenken darf.

00:32:10: was sagt mir denn mein Perfektsynismus eigentlich über mich?

00:32:13: Worum geht es wirklich?

00:32:15: Weil wenn ich immer an dieser Perfeksynismusetikettierung hängen bleibe da komme ich nicht auf den Punkt was mich eigentlich wirklich zurückhält.

00:32:23: und tatsächlich kann man nicht am Perfktionismus arbeiten sondern man kann nur an den Themen, die er eigentlich zeigt.

00:32:31: Die dazu führen quasi den Ursachen.

00:32:34: An denen kann man arbeiten.

00:32:35: also zum Beispiel eben dass ich immer glaubt das es nicht genug ist oder dass sich immer das Gefühl habe ok die Bewertung von den anderen sind jetzt wahnsinnig wichtig oder ich darf gar keinen voll des hoffentlich gefälltes sein.

00:32:46: Hoffentlich gibt's keine Kritik.

00:32:48: oder was sagt der Vater?

00:32:49: Oder was sagen da meine Freunde oder Passes?

00:32:52: Es gibt ja Tausend Gründe, wo das herkommt.

00:32:54: Und ich glaube, das ist wirklich wichtig für sich meine ruhigen Minute zu hinterfragen.

00:33:00: Was könnte denn eigentlich überhaupt passieren?

00:33:03: Wenn ich es jetzt umsetzen, starten, veröffentlichen oder wie auch immer würde was mir so eine Angst macht... ...was ist denn das Schlimmste, was passieren könnte?

00:33:12: und dann kommen wir nämlich schon langsam an Punkt worum's eigentlich geht.

00:33:18: Also ich weiß nicht, wie das bei dir war.

00:33:20: Hast du solche Fragen mal gestellt?

00:33:22: Kennst du das eigentlich überhaupt von dir?

00:33:24: Da haben wir noch gar nicht darüber geredet.

00:33:26: Hattest du oder hast du diesen Perfektionismus auch so in dir und was ist denn da bei dir dahinter, oder war dahinter?

00:33:35: Maximal.

00:33:35: ich kannte es von mir maximal gut.

00:33:39: Und gerade eine Musik, eine Musikproduktion.

00:33:43: Ich hatte immer eine einzige Person dessen Namen ich jetzt nicht nenne.

00:33:52: Es war auf jeden Fall ein Musikkollege vor dem ich immer den größten Respekt hatte und der war Schuld.

00:34:01: Der war Schuld, wenn ich Sachen nicht rausgebracht habe jetzt natürlich in Anführungszeichen weil ich immer ihn im meinem Kopf hatte.

00:34:11: was sagt er?

00:34:12: Wenn er das jetzt hören würde?

00:34:13: ah nee dass ist bestimmt noch nicht gut genug.

00:34:15: da hat es muss bestimmt noch irgendwie abgefahrener sein auch wenn der das jetzt hört der würde sicherlich denken das ist zu simpel Na das ist nicht cool genug, ah dann muss der Groove noch anders sein.

00:34:25: Ich habe ständig quasi statt meiner Intuition, statt meiner Kreativität seine in meinem Kopf gehabt wie ob ich besessen wäre sozusagen von ihm und mir dann immer denke ja nee das wäre für ihn immer noch nicht gut genug obwohl der wahrscheinlich... Obwohl es den gar nicht interessiert hätte, musst du mir vorstellen?

00:34:44: Wahrscheinlich hätte er das selbst sogar nie gehört.

00:34:46: wie auch immer aber trotzdem hatte ich immer eine Person im Kopf deren Blaupause darüber entschieden hat.

00:34:54: so wie ist es jetzt schon bereit oder nicht?

00:34:57: und dazu noch eine Geschichte.

00:34:58: Wir hatten letztens auch im Rahmen unserer Ausbildung wir nennen das immer Kokon Sessions da ist wirklich ein reiner weiblicher Raum.

00:35:09: Da bin ich auch gar nicht dabei logischerweise Und da tauschen sich die Teilnehmerinnen aus über so wirklich Deep Talks einfach.

00:35:19: Einfach mal die Sachen aussprechen, die man nie aussprechen durfte und eine hat gesagt... Die hat dann unter Tränen, die es wirklich zusammengebrochen Und hat gesagt Seit vierzig Jahren beschäftigt mich eine einzige Sache weil ich komme aus einer Musikerin in Familie und so weiter.

00:35:37: Eine einzige Frage beschäftigt sich seit vierzig jahren und deswegen bin Ich jetzt erst soweit dass ich musik veröffentlichen kann.

00:35:45: und die frage lautet Was sagt mein Bruder, wenn er das hört?

00:35:53: Und es hat sie noch nie ausgesprochen.

00:35:54: Das war immer nur in ihrem Kopf.

00:35:56: Es hat sie nicht mal mit ihrem Bruder besprochen und nicht einmal ihr Bruder hat irgendwas gesagt was böse wäre.

00:36:01: über ihre Musik weiß gab ja gar keine weil sie sich nichts Getraut hat zu zeigen.

00:36:05: Sie hat immer nur mitbekommen wie die Eltern zum bruder gesagt haben Boah das ist so mega was du machst wir sind so stolz auf dich und so weiter.

00:36:13: ne und dass hat sie natürlich mit bekommen als kleine Schwester und hat sich dann gedacht, okay da muss von mir aber jetzt richtig was kommen damit die Eltern das auch über mich sagen.

00:36:23: Und das ist ja nicht so gut wie das was er macht.

00:36:26: also habe ich bei allem was ich gemacht habe mir gedacht was würde jetzt mein Bruder machen oder meinen Bruder sagen anstatt Was gefällt mir?

00:36:34: Was möchte aus mir raus und dass es gut genug.

00:36:37: Ja krass!

00:36:39: Das ist dieses bestimmte Art von Vergleichsdenken und Vorbild.

00:36:45: Ich kann das sehr gut nachempfinden, weil ich sehe es bei meinen eigenen Teilnehmern.

00:36:54: Bei uns in der Coach-Ausbildung sehe ich das auch bei den Leuten, dass die teilweise manchmal wegen mir – ohne dass sich das aufbauen hoffe ich – meinen Ansprüchen zu genügen.

00:37:10: Die setzen sich praktisch ins Verhältnis zu mir.

00:37:14: Und mache ich das jetzt genauso wie der Steffen?

00:37:20: Völlig irre, ich merke dann zum Beispiel dass die manchmal ganz entspannt daus sitzen und ihre Arbeit machen.

00:37:24: Wenn ich dann auch nur zwei drei Meter in die Nähe komme und mich dann hinsetzen und einfach nur beobachte weil es ja meine Aufgabe ist aus Bilder Feedback zu geben usw.

00:37:32: Tipps zu geben zu unterstützen Du merkst sofort, dass sich die Körpersprache bei einigen verändert.

00:37:37: Zum Glück nicht bei allen.

00:37:38: aber beim Menschen, die dafür anfällig sind sehe ich das weil sie sich sofort unter Beobachtung noch mehr fühlen und jetzt das Gefühl haben nicht mehr zu genügen.

00:37:49: Das ist scheinbar weit weg vom Perfektionismus Aber es ist nicht weg von Perfekzonismus Weil eben die Perfktion dann übertragen wird auf eine bestimmte Person Wie die denkt, wie dies machen würde?

00:38:00: Was sie könnte.

00:38:00: Also wir verherrlichen quasi dann jemanden oder eine Status quo oder wie noch immer und setzen das dann als Maßstab und das Problem ist dass wir den nie erreichen können.

00:38:13: Voll ich finde sogar, dass es ultranar am Perfektionismus ist weil das ist ja quasi der Deckmantel.

00:38:19: Perfekcionismus nur über die Sache, über die wir gerade reden da liegt er drüber wie so ein Schleier um zu sagen, ja nee es ist noch nicht fertig.

00:38:28: Und vor allem immer sich darauf berufen zu können.

00:38:33: Den Schlag den habe ich jetzt nur nicht getroffen weil ich üb gerade so mit meinem Handgelenk ein bisschen und deswegen ging der jetzt... Deswegen habe ich gegen dich verloren.

00:38:43: Immer dieses Ja ich arbeite ja gerade einer Sache und deswegen war ich jetzt grade nicht gut genug sozusagen.

00:38:50: Immer diese Backup-Strategie.

00:38:53: Das Geile ist, ich möchte noch eine Sache sagen und zwar eine ganz liebe Freundin.

00:39:01: Und die von mir die größte Bewunderung in Sachen Design und Gestaltung hat die Liebe Marielle Anders, die mein komplettes Artwork gemacht hat für meinen Album So Much More und für ein Podcast und allem drum dran.

00:39:16: Die hat quasi meine komplette Welt erschaffen und ich liebe ihre Arbeit hat ein Buch rausgebracht, entdecke den Künstler in dir und da gibt es quasi eine Perfektionismus gegen Bewegungsübung.

00:39:33: Und ich habe mich dabei ertappt dass mich das schon bisschen auch wahnsinnig gemacht hat muss ich sagen.

00:39:42: und da hab' ich gemerkt okay der kick bei mir schon immer noch zu dieses Dinge fertig machen loslassen Sie sind jetzt gerade gut genug wie sie gerade im Moment sind.

00:39:51: Das ist quasi die ideale Realität, das ist quasi eine Momenteufnahme.

00:39:54: let it go.

00:39:55: Okay und zwar geht die Übung ganz einfach Du hast nur ein weißes Blatt Papier oder mehrere Und hast nur schwarze Farbe und einen Pinsel Und du hast pro Bild zehn Sekunden Zeit.

00:40:10: Exakt genau Wenn wir auch so Oh Gott!

00:40:13: Und jeder Pinselstrich war einfach perfekt und dann durftest du das Blatt weglegen.

00:40:19: Und das war diese Übung von, okay du hast zehn Sekunden Zeit.

00:40:23: Okay nächstes Blatt und dann hat jeder so zehn Gemälde gemahlen und teilweise ganz ehrlich waren da so geile Sachen dabei wo man sich denkt in zehn Sekunden.

00:40:35: wie konnte man das jetzt in zehn sekunden machen?

00:40:37: Man hat es schon wieder vergessen erst als man die Zehen wieder durchgeguckt hatten auf dem Tisch ausgebreitet hat, dann ist es ja irgendwie voll geil!

00:40:45: Das ist ja nur ein Strich, aber der hat irgendwie eine totale Magie wie geil.

00:40:49: Und das hat mir gezeigt von jetzt im Moment und dann let it go.

00:40:55: Na dann is better than perfect!

00:40:56: Weil man hätte natürlich aus jedem Strich nochmal einen Randung und Verzieren und neue Farben und was weiß ich noch alles.

00:41:03: Hätte man zwei Jahre in einem Bild malen können... ...und das fand ich bei mir ehrlich gesagt diesen Moment wie bei dir so dieses Produkt und dann raus.

00:41:15: Echten Schlüssel im Moment von, okay krass.

00:41:18: Das ist eigentlich die Hölle aber es ist zugleich der Himmel weil... Die Hölle von.

00:41:25: nein gibts mir nochmal ganz kurz zurück und ich würde noch was einfallen versus Boah geil!

00:41:31: Es ist jetzt einfach so wie's ist.

00:41:34: Es ist keine Ahnung ob's perfekt gibt überhaupt ne?

00:41:37: Die Michi Schreiber auch Podcast schon gewesen primatologen Ach, über dir war letztens auch schon gesprochen, die jetzt durch einen Unfall amnesie hat der letzten zwei Jahre.

00:41:49: Die hat mal gesagt, guck mal in die Natur und versuch mal das perfekte Blatt zu finden!

00:41:53: Du wirst es nicht finden!

00:41:54: Was ist schon das perfeste Blatt?

00:41:56: Wer sagt das

00:41:56: überhaupt?!

00:41:57: Was ist das perfette

00:41:58: Blatt?!

00:41:59: Was macht die Natur alles

00:42:00: perfekt!?

00:42:01: Nichts!

00:42:02: Weil es wählerhaft in

00:42:03: das Wunsch sein.

00:42:04: Das

00:42:04: ist die Konstruktion von uns, was perfekt wäre.

00:42:06: Es existiert nicht.

00:42:07: Ist

00:42:09: eine Illusion.

00:42:10: Genau richtig.

00:42:11: Und diese Übung war in dem Buch von der Marielle.

00:42:14: Kann ich von Herzen empfehlen?

00:42:15: Entdecke den Künstler in dir und das fand ich mit schwarzer Farbe einen Pinsel und einem weißen Blatt Papier sich komplett dem Perfektionismus konfrontiert gesehen zu haben und dann so, naja echt oder jetzt schon zehn Sekunden okay nächstes Platz.

00:42:32: Und das war geil!

00:42:33: Das hat mir richtig Spaß gemacht.

00:42:35: am Ende und es hat bei mir einiges freigeschalten von Dann ist by the Imperfect so ok geil und vor allem eben dass hinterher so geile Sachen dabei rausgekommen sind.

00:42:45: ich kann null malen also gar nicht.

00:42:47: ich bin wirklich so.

00:42:48: beim Haus des Nikolaus bin ich schon am Scheitern aber da habe Das voll die Abstrakt, dann habe ich plötzlich Dinge rausgelesen aus diesem einen Strich der mir da irgendwie so gelungen ist.

00:43:00: Boah das könnte ja keine Ahnung eine Baumwurzel sein, die so wow das ist ja mega geil!

00:43:06: Weißt du was ich meine?

00:43:07: Plötzlich sind da voll die Kunstwerke entstanden weil man sich eben limitiert hat und das ist auch im Prinzip die Erfahrung die wir beide gemacht haben sowohl Du mit Deinem Produkt was Du einfach mal herausgeknallert hast als auch Jetzt.

00:43:23: diese Loslassübung hat ja alles eben mit Limitierung zu tun.

00:43:27: Du hast quasi nicht endlos für etwas Zeit sozusagen oder auch nicht endlose Ressourcen, ich hatte keinen Malkasten mit siebzehn Farben sondern nur eine.

00:43:38: Manchmal ist das der Schlüssel?

00:43:39: Ja wie ich das übrigens für mich es wahrscheinlich so ein bisschen abgewandelte Form von deiner Mal-Übung wie ich dass für mich fast nicht täglich aber ich nehme nämlich täglich Stories bei Instagram auf aber relativ oft Und ich setze es für mich eigentlich so um, dass ich... Außer das ist jetzt ein Werbevideo wo irgendwie dann auch bestimmte Informationen noch mal rein müssen und so weiter.

00:44:01: Weil sonst wirklich den Leuten was fehlt.

00:44:02: aber das ist ja auch nicht so oft.

00:44:04: Aber ansonsten habe ich eine Regel One take.

00:44:08: Ich nehme es auf und scheiß egal wie es geworden ist Es wird gepostet.

00:44:15: Das wäre vielleicht meine schöne kleine Übung für alle, die das hören.

00:44:18: Also falls ihr irgendwelche Videos online stellt ob Stories oder sonst irgendwas macht das mal müsst ihr nicht immer machen aber übt es mal dass ihr sagt okay ich nehme jetzt zu dem und dem Thema oder was auch immer ihr sagen wollt was auf und egal wie's ist das erste Video das gemacht wird.

00:44:33: das wird mich unterbrochen und wieder von vorne weil wenn man das einmal macht was siebenundzwanzig Mal ist eine halbe Stunde noch nicht fertig.

00:44:40: wir nehmen es einmal auf und wir posten es fertig.

00:44:44: Da ist ein super Antipeffektionismus-Training, würde ich auch sagen.

00:44:47: Weil eben Alltag ist es auch so... Ich rede ja auch nicht mit dir und sage, nee du lass mich nochmal anfangen!

00:44:52: Also was ich jetzt reingesaugen?

00:44:53: Das machen wir eigentlich auch nicht Und somit sind wir halt echt Ja und alles was eben dann in diese Außendarstellung geht Genau das ist der Punkt.

00:45:04: Wir wollen etwas darstellen anstatt es zu sein Und die Darstellung ist praktisch immer eine Kunstform von etwas.

00:45:13: Wenn wir über Kunst reden, ist die Darstellung Teil der Kunst, dann ist es okay da wollen wir es halt so darstellen wie es auch sein soll.

00:45:20: aber das Leben ist kein Kunstwerk in dem Sinne dass man darstellen will.

00:45:24: Das Leben ist wenn dann ein Kunstwerk im Sinne von dass es so imperfekt und echt gelebt wird wie es halt ist nichts zu manipulieren.

00:45:32: und das war der Punkt den ich vorher noch kurz anfügen wollte wegen dem Perfektionismus.

00:45:37: Also wenn man sich dann an Menschen orientiert, ist es eben weil man ja weiß auch wenn ich mich jetzt am Bruder oder in einem Vorbild oder an wem auch immer meine Coaching-Azubis in der Ausbildung an mir, die sich da an dem orientieren natürlich wissen die der Steffen ist auch nicht perfekt Der Bruder ist auch nicht perfekt und Musikervorbild ist auch noch nicht perfekt, weil es keine perfekten Menschen gibt.

00:46:01: Das wissen wir natürlich schon!

00:46:02: Von dem her ist es scheinbar kein Perfektionismus.

00:46:05: Ist es aber eben doch?

00:46:07: Weil praktisch der Perfktionismus dann personifiziert wird.

00:46:11: D.h.,

00:46:11: der Perfonismus entsteht dann, weil ich versuche genau so zu sein, es genauso zu machen wie diese Person das gemacht hat, perfekt finden würde oder gut finden würde.

00:46:22: Und somit ist es praktisch so eine Art ... mutierter Perfektionismus in personen Form, weil wir jetzt praktisch trotzdem wieder einem unerreichbaren ... ... Erwartung oder Vorgabe folgen die nie eintreffen kann.

00:46:40: Also das ist mal so.

00:46:42: der Punkt dazu und weißt du was ich auch noch spannend fand?

00:46:45: Ist wenn man schon eh auch bei Antiperfektionstraining quasi immer gerade schon im Lösungsansatz, wenn wir da dabei sind.

00:46:54: Vielleicht macht es auch Sinn, weil das hast du im Intro auch schön gesagt, dass es ja so diese zwei Formen von Perfektionismus gibt.

00:47:02: Ich persönlich würde sagen, dass die erste Form eigentlich nicht wirklich Perfekzionismus ist.

00:47:06: aber ich weiß schon was du meinst, aber das ist richtige Wort der auch gesagt mit der Exzellenz.

00:47:11: Ich glaube, dass da die Lösung übrigens auch drin ist und manchmal hilft er die Sprache zu verstehen.

00:47:17: worum geht's denn eigentlich?

00:47:18: Also Denn so, dass es ja dann alles egal ist bis es und das ist eben nicht.

00:47:25: Also hast du auch gesagt der Qualitätsanspruch ist trotzdem auch interessant oder wichtig.

00:47:30: Es ist ihm nicht egal wie's wird.

00:47:32: wir geben uns schon Mühe aber das wäre eben der Exzellenzanspruch.

00:47:36: Das Wort Exzellenz kommt vom Lateinischen von Excelere X heraus, Zellere tatsächlich die Zelle.

00:47:44: Das heißt aus einer Zelle heraus.

00:47:46: Also herausragen oder überragen wird die deutsche Übersetzung von X-Zellere.

00:47:52: Das heisst also Exzellenz ist praktisch das Streben danach heraus zu ragen... ...oder etwas zu überragen.

00:48:00: Was heißt es ja?

00:48:01: ganz einfach?

00:48:01: Die Zellen der ich bisher bin könnte man als Kreiszeichner, als Komfortzone, als Gewohnheitszone und als Sicherheitszone als Kompetenzrahmen, als Erfahrungsrahmen definieren.

00:48:12: Und wenn ich jetzt da herausrage dann heißt das dass ich meinen Kopf aus dem Schneckenhaus rausstrecke und versuche heute einen Schritt ein bisschen besser zu sein was Neues zu probieren was zu wagen was ich noch nie gemacht habe was zu tun was ich nun nie getan hab wohinzugehen wo ich noch Nie war und vielleicht auch etwas zu lernen Was Ich Noch Nicht Konnte und Vielleicht Tatsächlich Auch Was Zu schaffen Was Ich noch nicht geschafft habe.

00:48:33: all das heisst dieser Performance Dieser Entwicklungswachstum Impult, wenn man so will.

00:48:39: Das ist das Exzellenzstreben und das hat mit Perfektionismus überhaupt gar nichts zu tun weil sich praktisch dieses Wachstum nicht an einem Punkt orientiert, an dem er versucht hinzukommen sondern es Schöne bei der Exzellenz ist dass es jenseits des Raamens in dem man sicher befindet keinen Punkt und Rahmen mehr gibt.

00:48:58: Das heißt man bewegt sich quasi ins Unendliche, wenn wir so möchte und hat keinen Bezugsrahmen mehr und lässt es praktisch dann im Leben der Natur der eigene naturell frei sich zu entwickeln.

00:49:11: Und das ist eigentlich dieser Aspekt von Exzellenz, wo man sagt okay was kann ich heute tun und was ich bisher so noch nicht getan habe?

00:49:18: Was versuche ich heute zu lernen?

00:49:20: Wovor versuche Ich heute?

00:49:21: ein bisschen besser zu werden oder eine neue Erfahrung zu machen?

00:49:25: Dann kriegt es einen kindlichen als im positivsten Sinne Kindlichen Neugierigen, auch kreativ-künstlerisch-spielerischen Vibe.

00:49:34: Und den sollte es haben!

00:49:35: Weil genauso haben wir nämlich als Kind gelernt und Kinder sind absolut exzellent in dem was sie tun.

00:49:40: Aber die stellen sich nicht die Frage nach Perfektion außer sie haben so einen Eltern gelernt.

00:49:46: Ja, absolut.

00:49:48: Bei Kindern ist es ja auch sehr geil zu beobachten dass wenn die eine Sandburg bauen dann wird's quasi den Vätern immer... quasi kalt am Rücken, wenn die die einfach wieder kaputt machen.

00:50:03: Und das zeigt uns Erwachsene auch wieder wir Eltern bauen Sandburgen um dann quasi dem anderen Vater nebenan zu zeigen guck mal Wir haben vier Türme mit Fähnchen und du hast nur so ein Scheiß

00:50:17: oder ein Foto zu machen uns zu posten.

00:50:19: genau und dem Kind interessiert.

00:50:21: dem Kind hat es einfach nur wahnsinnig Spaß gemacht, einfach da so ein Graben rumzubauen und das Wasser reinlaufen zu lassen.

00:50:27: Völlig egal vom Ergebnis!

00:50:28: Und macht's dann hinterher wieder kaputt?

00:50:30: Und die Eltern sagen, nein, da haben wir zwei Stunden dran gebaut im Kinderjahr, egal war die geilste Zeit die zwei Stunden ich weiß nicht was du willst so nach dem Motto.

00:50:38: Ja genau.

00:50:39: Das ist auch ziemlich geil als Metapher für unser Erwachsenenleben dass wir eben immer so dieses Ergebnis und Vergleich vor allem dann anstellen, was ist denn Perfektion?

00:50:52: Und da möchte ich auch nur kurz etwas sagen.

00:50:55: Stichwort Ed Sheeran ist wahrscheinlich einer der erfolgreichsten Musiker die es jemals gegeben hat – nur mit einer Gitarre!

00:51:05: Und viele Leute vergleichen sich dann mit dem wo er gerade so steht.

00:51:13: wie viele Songs der in den Charts hat und so weiter.

00:51:17: Und schaue mich kleinen Pups an, da brauche ich ja gar nicht mehr anfangen irgendwie auch Musik zu machen oder weiter dranzubebleiben weil ich werde nie so gut wie der.

00:51:26: Und dann hat er letztens auch in der Talkshow einfach mal seine Anfänge gezeigt also wie das geklungen hat als er angefangen hat.

00:51:39: Es war grausam!

00:51:40: Er hat schlecht Gitarre gespielt, er hat keinen Ton getroffen.

00:51:43: Er hat irgendwie da herum gejauelten und dann hat er einfach so eine Sprachnotiz vorgespielt.

00:51:48: So das war ich vor zehn Jahren.

00:51:52: Und dazwischen liegen einfach Zehntausende Songs wovon Achtzig neunzig hundert geil sind.

00:52:05: Den Weg den sieht keiner und jeder möchte dann quasi einen riesen Sprung über diesen Graben machen und ich möchte auch sofort solche Songs schreiben.

00:52:19: Und das ist quasi ein sehr ungesunder Perfektionismus, mit wem vergleiche ich mich denn?

00:52:27: Weil Paul McCartney und John Lenn haben sich auch ständig verglichen nur die waren ungefähr auf Augenhöhe und deswegen konnten sie sich so nach oben betteln.

00:52:38: allerdings wenn ich mich jetzt Just in bold Vergleiche, hundert Meter zu laufen und ich mir denke hey da brauche ich gar nicht anfangen weil schau mal der ist so schnell.

00:52:50: Ich bin so schnell auf den hundert Metern drei Sekunden langsamer.

00:52:54: ja dann vergleichst du dich mit dem falschen Dann vergleicht die doch mal mit jemandem der auch nicht sprintet.

00:53:01: Wie schnell ist der denn so?

00:53:03: Vielleicht kann man sich mit dem ein bisschen von der Grundgeschwindigkeit ein bisschen vergleichen.

00:53:06: Ach cool!

00:53:08: Weil das ist ja quasi dass was uns dann auch zurückhält.

00:53:13: Klar, kann ich mich mit den Weltbesten vergleichen?

00:53:15: Das ist sicher ein cooler Anspruch aber das deprimiert man, weil die sind quasi so weit voraus dass es uns nicht mehr motiviert sondern demotiviert.

00:53:25: Mit wem vergleiche ich mich denn wenn ich mich vergeiche?

00:53:28: Ja genau, das wäre ja auch... Also gibt da diesen Begriff Modeling of Excellence also die Exzellenz zu modellieren und eben nicht zu grob hieren Das heißt halt nicht Copping of Excellence, sondern Modeling of Excellence.

00:53:43: Das heißt es ist ein Modell und dann kann man sich ja von mir aus auch einen sehr erfolgreichen Menschen als Modell nehmen um zu sagen okay was sind die Faktoren?

00:53:53: Jetzt nehmen wir mal dein Ed Sheeran Beispiel.

00:53:56: Was sind denn die Fakten?

00:53:57: warum Ed Sheerin überhaupt?

00:53:58: Ed Sheeron wurde So, und dann kann ich sagen okay der Typ hat sich einfach mal was für sich wie viele Stunden am Talk hingesetzt.

00:54:06: Der hat das gemacht, er desgemacht, er dessgemacht.

00:54:08: Sondern kann ich versuchen das mal raus zu extrahieren.

00:54:11: Und dann zu sagen ok da ist es das Modell und diesem Modell kann ich tatsächlich jetzt auch ein Stück weit für mich folgen.

00:54:16: Kann das auf mich auf mein Level übertragen?

00:54:19: Weil's

00:54:19: eigentlich jetzt mal?

00:54:20: der Champions League-Fußballer hat durchaus einige Faktoren die Wichtig sind für seine Karriere, die jetzt auch der B-Six-Liga-Fußballer durchaus als Modell für sich auf seinen Niveau übertragen könnte mit zweimal einer Woche Training und halt nicht zweimal am Tag.

00:54:39: Ohne jetzt zu versuchen ein Champions League-Fussballer zu sein oder zu werden oder einen Ed Sheeran werden zu müssen.

00:54:44: Unabhängig davon übrigens dass ich das Ed Sheerin Beispiel deswegen besonders schön finde weil der Typ also... Ich bin Armateur aber ich sage mal meine Beobachtung von außen Ich glaube nicht, dass er der größte Sänger unter der Sonne ist.

00:54:59: Also der hat natürlich eine großartige... ich finde den auch großartig als Künstler aber ich sage jetzt mal die beste Stimme auf der Welt oder nicht?

00:55:09: Vor allem wenn man sich live Dinge anhört, aber das ist trotzdem geil!

00:55:12: Er macht es trotzdem einfach großartiger.

00:55:16: Ich glaube auch nicht, daß er der Beste Gitarist der Welt ist.

00:55:18: Ich glaube auch nicht, dass er der schönste Mensch in Anführungszeichen, was auch immer schön ist.

00:55:22: Aber im Sinne eines... Wie sieht heute ein attraktiver Mann aus?

00:55:26: Der im Playboy oder...?

00:55:28: Nein, der Playboy werden keine Männer abgeblich Licht hat wahrscheinlich.

00:55:31: Aber der also irgendeinem departen Schönheitsideal heute entspricht.

00:55:35: Da wird man jetzt vielleicht nicht sofort an Ed Sheeran denken und so weiter.

00:55:38: Und trotzdem ist es vollkommen egal bei der Typ an sich einfach eine wunderbare Figur ist, die die Fähigkeit hat scheinbaren Imperfektion, aber in seiner Exzellenz und seiner Ausstrahlung in dem was er einfach in die Welt bringt multimillionen und ich weiß nicht ob es Milliarden sind.

00:55:56: Aber hunderte von Millionen bestimmt zu begeistern und zu inspirieren.

00:56:01: also er ist ja praktisch genau das Beispiel dafür wie man's machen sollte weil er selber genauso auch erstens dahin gekommen ist und zweitens bis heute auch immer noch so ist, weil der ist eben für mich persönlich überhaupt gar kein Darsteller von irgendeiner Art von Perfektion.

00:56:19: Er gibt sich ganz bewusst ja eigentlich so wie er ist und versucht nicht schöner besser toller Fancier zu sein mehr Show zu machen als das was er ist.

00:56:27: also der ist für mich ja auch der Inbegriff von natürlicher... Also in Anfangs sein natürlicher Musik.

00:56:32: natürlich hat er auch seine Effekte und so.

00:56:34: aber ne?

00:56:35: So pur und so rough wie möglich Und das ist schon cool.

00:56:40: Voll, auch da gibt es... auf YouTube so eine wundervolle Zusammenschnitte, der spielt ja Stadien mit seiner Loop Station.

00:56:49: Das heißt er hat da so ein Paddleboard, das er mit seinem Fuß bedienen kann und in Echtzeit dann aufnehmen kann und wiedergeben kann.

00:56:56: Und da gibt es Zusammenschnitte auf YouTube wo er vor Achtzig neunzig vielleicht manchmal hunderttausend Leuten steht und zum falschen Zeitpunkt einfach auf sein Paddle-Board drückt und alles in den Arsch geht und der so ah fuck!

00:57:09: und einfach wieder von vorne anfangen muss.

00:57:11: Und dann dieses Ah, fuck!

00:57:13: Tönt halt durch die Anlage.

00:57:16: Unter hunderttausend Leute lachen und applaudieren.

00:57:19: Yay!

00:57:19: Der sagt okay sorry.

00:57:21: Dann hat er das in seinem Leben aber auch schon hundert tausendmal gemacht.

00:57:27: Trotzdem passieren ihm Fehler

00:57:29: vor

00:57:30: achtzigtausenden Leuten und der ist so Mann ne?

00:57:33: Das heißt Was bedeutet denn Perfektion überhaupt?

00:57:37: Und der zeigt einfach so cool, wie man dann damit umgeht.

00:57:42: Mir passiert immer noch der gleiche Shit wie jemanden, der gerade damit anfängt.

00:57:46: Genau und das ist das was die Leute zu lieben.

00:57:50: Die Menschen versuchen es so sehr perfekt zu sein aber wenn es jemand nicht isst lieben wir das.

00:57:56: Also es ist so verrückt, wenn man sich das einfach mal überlegt dass ja eben eher die Imperfektion der Menschen zu lieben warum?

00:58:01: Weil sie uns spiegelt weil sie uns entspricht weil wir uns damit verbinden können und gibt den schönen Satz Perfektionschaft Aggression.

00:58:10: Und da ist viel dran.

00:58:12: also Wir mögen in Wahrheit das perfekte nicht Das ist so glatt das ist unsympathisch auch weil das im Endeffekt auch unnatürlich entmenschlich des.

00:58:21: Der Mensch Ist Nicht perfekt gar nichts in der Natur ist perfekt, wie du schon gesagt hast.

00:58:26: Und das Entmenschlichte, das scheinbar Perfekte, dass das mögen wir überhaupt nicht und das ist mit deinem Sandburgenbeispiel halt auch sehr schön.

00:58:36: Ja genau!

00:58:39: Das Kind will nicht fertig werden mit der Sandburg.

00:58:42: es ist nie sein Ziel gewesen die Sandburg fertig zu bauen.

00:58:46: dem Vater ging's ums Fertigwerden und uns zeigen dem Kind ging's Um den Prozess so an unsere Dinge rangehen, dass wir uns einfach mal von diesem Zielpunkt wo wir was darstellen wollen.

00:59:01: Wenn es fertig ist wenn wir uns von dem verabschieden und sagen es gibt keinen Moment wo's fertig ist.

00:59:06: mein Leben ist ein fortlaufendes Kunstwerk das nie aufgehängt wird und somit fertig ist.

00:59:12: Es ist ständig!

00:59:14: Es gibt diesen schönen Satz Mein Leben von heute ist die Ruine von gestern Und das bringt sich auf den Punkt zu sagen, okay es gibt immer was zu tun.

00:59:23: Es gibt immer etwas zu bauen und alles verändert sich, alles fließt.

00:59:27: Das würde vielleicht dem anderen helfen auch diesen Perfektionsgedanken ein bisschen zu reduzieren.

00:59:34: Voll!

00:59:35: Gerade in der Kunst, in der Musik ist das eine gern genommene Frage.

00:59:41: also wann ist ein Song eigentlich fertig?

00:59:43: Und Sting wurde die Frage auch mal gestellt Sag mal, wann weißt du denn, wann ein Song von dir fertig ist?

00:59:51: Dann hat er nur gelacht und hat gesagt ich weiß es gar nicht.

00:59:55: Weil Es ist nie so!

00:59:58: Ein Song ist nie fertig.

01:00:00: Es gibt nur irgendwann den Zeitpunkt wo du ihn in die Welt hinaus schickst Und ihm sich selbst überlässt was daraus wird.

01:00:09: das ist das einzige was ich sagen kann Was Ich mache.

01:00:12: ansonsten is er nie Fertig und das fand ich auch geil.

01:00:17: Es gibt quasi keinen Abschluss eigentlich bei einem Kunstwerk oder bei einem Projekt oder wie auch immer, sondern es gibt halt einfach nur den Moment wo du sagst so let it go!

01:00:27: Jetzt ist es soweit.

01:00:28: jetzt lasse ich los.

01:00:30: fertig ist es nicht völlig egal.

01:00:33: Stichwort zehn Sekunden weißes Blatt Papier schwarze Farbe.

01:00:36: Ist es fertig?

01:00:37: Nein natürlich nicht.

01:00:38: aber Let It Go

01:00:41: Ja, geil.

01:00:42: Dass sich selbst überlassen ist eine geile Formulierung.

01:00:45: Genau!

01:00:46: Es hat dann auch noch eine eigene Magie erzeugt und eine eigene Dynamik, die da draußen von... der Menschheit, wie auch immer dann noch mal weiter geformt wird.

01:00:57: Na was aus einem Song wird?

01:00:59: Was aus nem Produkt wird?

01:01:00: Wie auch immer... Da machen ja die Menschen etwas draus!

01:01:04: Also kannst du quasi nur den Ball ein bisschen in die Menge schießen und dann gucken wir mal wo er hinfliegt so.

01:01:11: Ein bisschen als Metapher fand ich auch nochmal ziemlich gut.

01:01:15: Ja sehr gut.

01:01:18: Cool.

01:01:20: Ja,

01:01:21: ein Riesenthema ne?

01:01:22: Ja, Riesenthema.

01:01:24: Voll Dann is better than perfect wird auch nicht von meiner Seite weichen, weil das ist einfach echt für mich ein wichtiges Mantra.

01:01:34: Um nicht zu sehr immer an einer Sache festzuhängen sondern irgendwann zu sagen okay

01:01:40: let it go!

01:01:43: Ja genau und ich meine es ist im Endeffekt schon fast der Querlink zum anderen Thema, weil die Leute heutzutage ja merken dass fast alle Themen oftmals Selbstwertthemen sind Und dann kommt ja oft zu die Frage, wie baue ich denn selbstwertgefühle oder Selbstliebe und so weiter.

01:02:00: Das sind alles mittlerweile sehr belastete Begriffe finde ich.

01:02:03: aber wie bau ich denn sowas auf?

01:02:06: Naja...und da sind wir eigentlich heute am Punkt gekommen.

01:02:08: Indem ich eben sage, ja dann ist Better Than Perfect!

01:02:11: Ich tue es jetzt und überlasse das Getarne sich selbst.

01:02:17: Das ist ein Selbstwert-Schöpfungsprozess weil in dem Moment einfach Auch mir selbst erlaube etwas jetzt einfach auch loszulassen, gehen zu lassen.

01:02:29: Dass es nicht das Perfekte ist sondern dass es jetzt genügt und sich selbst zu genügen.

01:02:35: Auch ein schönes Wort.

01:02:36: Selbstgenügsamkeit!

01:02:38: Dass ich mir selbst genügen kann.

01:02:42: So wie ich es jetzt nach außen gebe, dass es mir selbst Genügt.

01:02:46: Das wäre der Weg in die Selbstliebe oder in den Selbstwertgefühl weil auch... Es wird immer jemand geben dem, der findet's toll Und ich vielleicht noch nicht und es wird immer jemand geben, wo ich mir eigentlich denke.

01:02:58: Ich find's eigentlich gut aber die anderen finden das nicht gut.

01:03:00: jetzt finde ichs auch nicht mehr gut.

01:03:02: Und unabhängig von dem ob es irgendjemand gefällt oder nicht Ob es denen da draußen genügt?

01:03:07: Ich glaube dass ist ja auch in deinem Bereich Das Zentrum der Kunst gerade auch was jetzt Musik betrifft.

01:03:14: am Ende des Tages muss der Musiker Ja Es muss ihm genügen was er gemacht Was daraus entstanden ist.

01:03:22: einfach also für dich ist der Song einfach so gut du fühlst ihn und damit genügt er dir, und damit gibts den raus.

01:03:29: Und ob der dann ankommt, ob dann hit draus wird oder zehnmal halt nicht... We will see!

01:03:35: Aber ich glaube das ist die Basis der Kunst.

01:03:37: und wenn man das nicht macht, wenn man umdreht und praktisch nur noch das macht was den Leuten da draußen genügend, kann es zwar wenn man vielleicht einen guten talentierten Produzenten hat, die Songs und Hits produzieren können gefühlt wirklich am Fließband gibt ja solche Leute.

01:03:51: trotzdem glaube ich, dass der Musiker dadurch dann seine Seele verliert ein Stück weit.

01:03:56: Weil er genau diese Selbstgenüksamkeit eigentlich eliminiert weil es gar nicht mehr darum geht ob's mir auch selbst genügt.

01:04:04: Ja voll und da.

01:04:07: vielleicht nochmal das abschließenden Impuls.

01:04:09: noch mal zurück zu unserem lieben Freund Ed.

01:04:12: Der hat gesagt er hätte niemals ein A-Team oder wie auch immer schreiben können, solche Welthits schreiben können.

01:04:23: Wenn er nicht irgendwie zuvor vierhundertmal gesagt hätte so das ist jetzt gerade das Beste was ich kann.

01:04:30: raus damit okay alles klar Erfahrung gemacht.

01:04:33: der nächste ist dann wieder ein bisschen besser, weil er irgendwie gemerkt hat okay da habe ich was gelernt aus dem ersten.

01:04:39: Okay cool dann jetzt den raus damit und irgendwann beim hundertsten sagen die Leute einfach mein Gott der schreibt einfach am Fließband Schreibt der Welt hits das gibt es ja nicht.

01:04:49: aber dass das alles darauf basiert dass sie irgendwann mal gesagt hat so das ist jetzt einfach gut genug weil besser kann ich's jetzt gerade nicht und das als Momentaufnahme einfach rausknallen.

01:05:00: Und das will ich jetzt nochmal sagen, weil es ist ja auch metaphorisch besser kann ich's jetzt gerade nicht.

01:05:09: Das geht jetzt so raus...

01:05:11: ...ist

01:05:12: wirklich sehr heilsam bezüglich des Perfektionismuses, weil was passiert wenn wir warten?

01:05:20: Wir entwickeln uns weiter und schrauben dann wieder an unserem Projekt, an einem Produkt, an dem Song, an irgendwas, am Werk herum weil wir dann quasi uns ja mit der Weiterentwicklung auch schon wieder einen neuen Standard freigeschalten haben.

01:05:35: Und wenn wir das immer nur an einem Projekt, dann quasi versuchen umzusetzen also in Form von Es geht nicht raus bevor es nicht perfekt ist Dann wird die Momentaufnahme zehn Jahre dauern und nicht die Moment.

01:05:52: Aufnahme dauert mal ein paar Wochen so nach dem Motto jetzt gieße ich dass was sich kann informen Dann ist es eine Momentaufnahme und nicht eine Lebensaufnahme, dann ist das nicht mein Lebenswerk.

01:06:06: Und mein Lebenswerk wird nur aus einer Zusammenreihung an Momente aufnahmen.

01:06:12: Guck dir doch mal die Leute an die Lebenswerke bekommen!

01:06:16: Ich habe noch niemand gesehen der ein Lebenswerk für einen Projekt bekommen hat sondern halt immer nur Das Ergebnis von ganz, ganz vielen gescheiterten Projekten auch.

01:06:25: Ganz vielen Projekte die einfach mal so angegangen wurden wo dann wieder was draus gelernt wurde.

01:06:30: und so sehe ich es mittlerweile auch.

01:06:33: das alles was man tut einfach so ein weiteres Mosaik-Steinchen in dem Erfahrungsschatz ist ah cool habe ich wieder etwas gelernt mega cool und daraus kann ich wieder ein bisschen was fürs nächste Mal mitnehmen.

01:06:47: wenn ich das niemals mache wenn nicht den steinen niemals werfe kann ich daraus auch nichts lernen.

01:06:53: Sondern dann bleibt es immer in der berühmten Schublade und wird quasi zu Tode optimiert, wie sie mir so schön heißt.

01:07:02: Also quasi als eigenen Leitsatz nicht versuchen das Beste zu erschaffen sondern das heute mir best mögliche zu machen?

01:07:09: Ja

01:07:10: genau!

01:07:12: Weil deswegen warten die ganzen Menschen ganz oft mit dem Rausgehen von Dingen weil Sie wissen, sie könnten es in einem Monat noch besser.

01:07:22: Also warten Sie im Monat?

01:07:23: Richtig!

01:07:23: Ja genau das ist der Punkt.

01:07:25: Das ist dein Ed Sheeran Beispiel.

01:07:27: oder auch bei Stromberg weil wir ganz gerne über Stromberg auch lachen über diese Fernsehserie.

01:07:32: Ich meine ich weiß gar nicht wieviel Stoffeln es da gab aber fünf sechs sieben Stoffen gab's bestimmt und ich mein je länger es ging ging dass du besser wurdest auch irgendwie.

01:07:41: Und dann als ich das erste Mal die ganze Staffel mal durchgeguckt hatte ich war so begeistert zu Patrizia damals gesagt, lass es uns noch mal von vorne anschauen.

01:07:53: Dann haben wir bei der ersten Staffel angefangen und die ersten zwei drei Folgen von den ersten Staffeln sind so schwach im Vergleich zu dann eben was dann bei der zweiten dritten vierten fünften passiert ist weil sich diese Figuren und die Schauspieler auch so entwickelt haben in dieser Serie rein.

01:08:10: aber mit diesem Anspruch zu sagen okay so müsste es zum Schluss sein Hätte man nie starten können.

01:08:17: Es wäre unmöglich gewesen und vor allem hätte man gar nicht gewusst, wie gut es mal sein könnte wenn man nicht einfach mal mit dem an startet mit dem was wir jetzt halt kann.

01:08:26: also das ist ja genau der punkt wenn immer versuchst so gut zu werden wie jemand dann wirst du vielleicht annähern so gut wie jemand auch.

01:08:32: du bist nie so gut Wie du selber werden könntest.

01:08:35: an der stelle

01:08:36: Ja, voll und die Ressourcenknappheit ist auch geil.

01:08:41: Also noch mal ganz kurz dazu.

01:08:43: gerade ich kann natürlich immer vom Musikproduktionsbereich sprechen.

01:08:46: Die meisten meinen ja erst wenn Ich dann Kann Ich.

01:08:50: also Erst Wenn Ich eine richtig geile Gitarre habe Dann Kann Ich Richtig Geil Gitarren Spielen.

01:08:54: Erst Wenn ich das Beste Equipment Habe Dann Kann ich Erst Wir Sagen Was Beste equipment Ist Das was Du Gerade hast?

01:09:01: Also Einfach mit den ressourcen.

01:09:02: Staaten die man gerade hat Werden Menschen die die wir oftmals Als Heroes-Betitteln haben immer mit dem gestartet, was sie gerade haben.

01:09:14: Irgendwelche Weltfußballer haben einfach mit alten Schuhen gestartet die vom Bruder vielleicht noch übrig waren.

01:09:19: und hätten Sie das nicht gemacht?

01:09:23: In anderen Ländern wenn ich das sehe auf welchen Plätzen?

01:09:25: die da Tennis spielen.

01:09:27: Kinder in der Ukraine oder in Afrika Die spielen halt auf diesen Katastrophenplätzen, aber dort wird es auch gelernt in Rahmen dieser Möglichkeiten.

01:09:43: Im Rahmen der Möglichkeiten?

01:09:45: Genau!

01:09:45: Das ist das, was sind meine Möglichkeiten und ich brauche nicht erstmal bessere Möglichkeiten um zu starten.

01:09:54: Ja, da war viel dabei wie Zephtherapie auch.

01:09:59: Ich finde schon wieder da einfach darüber zu sprechen, was eine manchmal so abhält eigentlich.

01:10:06: Ja echt cool!

01:10:07: War ein super Thema für dich auch.

01:10:09: Danke dafür für die Idee.

01:10:11: Gerne ich freue mich aufs nächste Mal.

01:10:14: Mach's gut bis bald.

01:10:15: Du auch.

01:10:16: Bis dahin.

01:10:17: Ciao.

01:10:18: Das war unser Soul Talk

01:10:20: über

01:10:21: die Perfektionismus

01:10:22: Falle

01:10:23: und wenn du magst dann probier diese Woche einfach mal die kleine Übung aus, nehm einfach mal irgendwas auf oder schreib einfach mal irgendetwas und veröffentliche es dann vielleicht

01:10:35: auch gleich

01:10:36: mal.

01:10:37: Schicks raus in die Welt

01:10:39: ohne

01:10:40: zehnmal drüber nachzudenken, ohne es wieder zu zerdenken ja ist doch nicht so eine gute Idee sondern übe einfach mal dieses ich mache etwas und sende es!

01:10:53: Und wenn dir die Folge gut getan hat, wenn es dich inspiriert hat was du heute gehört hast.

01:10:59: Dann schick sie gerne an einen Menschen, der gerade vielleicht auch an Schritt zweihundertsechsunddreißig hängt, obwohl er den ersten noch gar nicht gemacht hat.

01:11:08: und du merkst einfach dieser Mensch hat so viel Potenzial bringt es aber nicht auf die Straße weil er ständig sich in diesem Kreis befindet.

01:11:17: Ah ja ist das noch nicht gut genug?

01:11:18: ich kann's noch nicht veröffentlichen!

01:11:20: Ich kannst nur nicht angehen...ich kann noch nicht für mich einstehen und losgehen.

01:11:25: Bis zum nächsten Mal, let it flow und let it grow, dein Argen.

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